Gdingen im 2. Weltkrieg
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Das Forschungsprojekt "Gdingen während des 2. Weltkrieges" wird seit 2007 von der Gdinger Stadtverwaltung geleitet.
Mit Freude kann ich sagen, dass mit uns folgende Institutionen kooperieren: Staatsarchiv in Danzig - Niederlassung Gdingen; Institut des Nationalen Gedenkens - Niederlassung Danzig; Stadtbibliothek Gdingen; Museum der Stadt Gdingen; Museum Stutthof; Zentrum KARTA in Warschau.
Des Weiteren engagieren sich folgende Gesellschaften: Polnische Gesellschaft für Nautologie; Gesellschaft für zwangsumgesiedelte Gdingener; Verein "Rodzina Piaśnicka", Verein "Rodzina Katyńska"; Freunde der Stadt Gdingen; Bund der Gesellschaften in Gdingen. Am Projekt nehmen auch viele ehrenamtliche Helfer teil, bei denen ich mich an dieser Stelle sehr bedanke.
Ziel unserer Initiative ist das Sammeln von möglichst vollstöndigen und vielen Informationen über die Geschichte unserer Stadt, im dramatischsten Zeitabschnitt für Europa, Polen und Gdingen, im 2. Weltkrieg. Gdingen, die Meereshauptstadt Polens, ähnlich wie die Hauptstadt Warschau selbst, hat begründetes Interesse, um solche Initiativen zu entwickeln und voranzutreiben.
Gdingen entstand dank des imensen Engagements des Staates und der Bevölkerung. In einer Rekordzeit von 13 Jahren entstand der größte Ostseehafen, der auch zu den größten in Europa zählt. Um den Hafen herum entstand eine schöne, moderne Stadt mit über 120.000 Einwohnern. Diese Errungenschaft ist im modernen Europa beispiellos.
Die "Großgdinger Gemeinschaft" begründeten Kaschuben, also die Autochthonen von Gdingen, Oxhoft, Oblusch, Pogorsch, Kielau, Grabau, Cissau, Gr. und Kl. Katz, Vittomin, Witzlin, Redlau, Adlershorst und Koliebken, aber vor allem auch Unternehmer aus ganz Polen, mutige und aufgeschlossene Gdinger. Wir fühlen uns verpflichtet, die Schicksale der Gdinger Bürger sowie das Schicksal Gdingens im 2. Weltkrieg selbst kennenzulernen und zu veröffentlichen.
Im tragischen September 1939 war Gdingen die sich am längsten verteidigende Stadt. Das war nur auf Grund des imensen Patriotismus der Gdinger möglich, die die polnische Armee mental, finanziell und materiell unterstützten, sowohl vor Ausbruch des 2.
Weltkrieges als auch während der Verteidigung der Stadt.
Die Zivilverwaltung, geführt vom Kommissar der Regierung, Franciszek Sokół, schuf eine vorbildliche zivile Verteidigung. Die polnische Armee, geführt und geleitet von Oberst Stanisław Dąbek, ist zusammen mit der Marine, mit Formationen der Staatspolizei, des Grenzschutzes, der Pfadfinder und der Freiwilligencorps (darunter verzweifelte Gdinger Sensenkämpfer), für unsere Stadt charakterisierend und beweist die Professionalität, Aufopferung und Tapferkeit.
Die bürgerliche und patriotische Haltung der Bevölkerung Gdingens vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und während der Stadtverteidigung führte dazu, dass viele Gdinger sich auf deutschen Proskriptionslisten gefunden haben.
Kurz nach der Besetzung Gdingens durch die deutsche Besatzungsmacht begannen die Repressionen gegenüber der Zivilbevölkerung, die durch die Genver Konventionen nicht geschützt wurde. Zu den schrecklichsten Verbrechen gehören unter anderem die, die am 11. November 1939 verrichtet wurden: In Oblusch wurden zehn Jungen erschossen, die beschuldigt wurden, ein Fenster eingeschlagen zu haben.
In den Wäldern bei Piasnitz wurden viele hunderte Gdinger Intellektuelle erschossen.
Gdinger, Matrosen der Kriegsmarine und Matrosen der Polnischen Handelsflotte, legten niemals ihre Waffen nieder. Vom ersten bis zum letzten Tag des Krieges kämpften sie auf "Gdinger" Marineeinheiten und Handelsschiffen für den Sieg.
Gdinger waren an aktiven und passiven Widerständen beteiligt, womit sie zur Schwächung der Besatzungsmacht beigetragen haben. Besonders erwähnenswert ist die Zugehörigkeit vieler Gdinger zu den Grauen Reihen, zur Heimatarmee und zum Warschauer Aufstand.
Viele von ihnen starben einen heldenhaften Tod.
Für viele im Westen kämpfende Gdinger war der Sieg der alliierten Westmächte im Jahre 1945 kein Sieg eines freien Polens. Sie waren zwar in einer freien Welt, blieben aber im Ausland. Viele Gdinger, die massenweise aus ihrer Stadt umgesiedelt wurden, konnten nach Ende des 2. Weltkrieges nicht in ihre Heimatstadt zurückkehren.
Darüber hinaus entschlossen sich viele Gdinger sich nicht mehr in ihrer Stadt anzusiedeln.
Die weite Zerstreuung der Bürger Gdingens begründet die Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit ihnen über das Internet. Mit dem 1. September 2008 startet unser Projekt online und wir erwarten uns ein wachsendes öffentliches Interesse an den Inhalten des Projekts.
Ich wende mich daher mit der Bitte um Zusammenarbeit an all diejenigen, die an unserem Forschungsprojekt interessiert sind und an alle, die über irgendwelche Dokumente oder irgendwelches Wissen über das Schicksal Gdingens oder der Bürger dieser Stadt zur Zeit des 2. Weltkrieges verfügen.
Dr. Wojciech Szczurek
Stadtpräsident Gdingen
